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Die Hofburg zu Wien – Palast der Kaiser von Österreich

die Residenz der Habsburger in Wien (vom 13. Jahrhundert bis 1918)

Beginnend mit dem 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1918 (mit Unterbrechungen) war die Hofburg die Residenz der Habsburger in Wien. Den Grundstein für den Bau des Gebäudes soll Herzog Leopold VI. gelegt haben, der erste Ausbau wird dem Böhmenkönig Ottokar II. Premysl zugeschrieben. 1279 wurde dieser Bau unter dem Habsburger König Rudolf I. erstmals urkundlich erwähnt und daher der Baubeginn in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts einzuordnen.

Das ursprüngliche Bauwerk war damals alles andere als eine repräsentative Residenz. Es war ein wichtiger Bestandteil der Wiener Stadtbefestigung und wurde ständig erweitert. Mitte des 16. Jahrhunderts verlegte Kaiser Ferdinand I. seine Residenz nach Wien und begann mit dem Ausbau. Durch die Erweiterung der bestehenden Trakte und einigen Neubauten wurde die Burg zur Hofburg ausgebaut.

Blick über den Michaelerplatz auf den Michaelertrakt
Hofburg/Michaelertrakt – CC0 domeckopol/Pixabay

Die Bedeutung der Hofburg lag in ihrer Funktion als Sitz des „Hofes“ und einer dahinter stehenden streng hierarchisch eingeteilten Hofgesellschaft. Die kaiserliche Familie stand an der Spitze der Struktur, der Obersthofmeister leitete den Hofbetrieb.

Kunsthistorische Bauphasen der Hofburg

Zwischen dem 13. und dem 20. Jahrhundert entstand der Gebäudekomplex der Hofburg. Rückblickend kann dies in acht Bauphasen unterteilt werden:

1. Bauphase – in der Epoche der Gotik

Der Schweizertrakt mit dem Schweizerhof ist der älteste Teil der Burg. Dort befinden sich die 1296 erwähnte gotische Hofburgkapelle. In diesen Trakt befindet sich heute die Kaiserliche Schatzkammer.

2. Bauphase – in der Epoche der Renaissance

In dieser Stilepoche wurde die Stallburg errichtet, Wiens ältestes Renaissance-Gebäude. Mitt des 16. Jahrhundert lies Erzherzog Maximilian, der spätere Kaiser Maximilian II. eine Residenz errichten. Anfänglich gedacht für den ersten Elefant der Stadt Wien, beherberte dieses Gebäude von 1659 bis 1776 die Kunstsammlung des Erzherzogs Leopold Wilhelm, die sogenannte Stallburg-Galerie. Bereits in der Zeit der Herrschaft von Kaiser Karl VI. kamen die Pferde der Spanischen Hofreitschule in diese Räumlichkeiten, welche auch heute noch in der Stallburg ihre Herberge haben.

3. Bauphase – Amalienburg im Spätrenaissancestil 

Die Amalienburg entstand gegenüber dem Schweizertor, benannt nach Amalie Wilhelmine, der Witwe Kaiser Josephs I. – Erbaut im Spätrenaissancestil residierten im Laufe der Zeit noch viele verschiedene Erzherzoginnen und -herzöge in diesem Gebäude und heute sind es die Kanzleramtsminister und Staatssekretäre.

4. Bauphase – im Frühbarock

In der Zeit von 1660 bis 1668 wurde der Leopoldinische Trakt errichtet, welcher den Schweizertrakt mit der Amalienburg verband.

In der Burg (Amalienburg-Reichskanzleitrakt-Schweizertrakt-Leopoldinische Trakt)

5. Bauphase – im Spätbarock

In Zusammenarbeit zwischen Johann Bernhard Fischer von Erlach und seinem Sohn Joseph Emanuel Fischer von Erlach entstanden in dieser Zeit die Winterreitschule gegenüber der Stallburg und der Reichskanzleitrakt gegenüber dem Leopoldinischen Trakt. Der Reichskanzleitrakt wurde 1723–1730 von Johann Lucas von Hildebrandt errichtet. Hier waren die Amtsräume des Reichsvizekanzlers, sowie den Reichshofrat. In letzterem Trakt waren zuletzt die Appartements von Kaiser Franz Joseph I. und seiner Frau Elisabeth von Österreich-Ungarn untergebracht.

In dieser Zeit entstand auch die von Kaiser Karl VI. gegründete Hofbibliothek, welche heute den barocken Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek beinhaltet. Der prunkvolle Saal beinhaltet ein Decken-Fresko von Daniel Gran und Kaiserstandbilder von Paul Strudel. Die zentrale stehende Statue stellt Karl VI. als Römisch-Deutschen Kaiser dar (Das Kunstwerk wird Antonio Corradini) zugeschrieben. Die an die Hofbibliothek angrenzende Augustinerkriche im Rahmen der Erweiterung mit der Hofburg verbunden.

Nördlich grenzt der Redoutensaaltrakt an die Hofbibliothek an. Maria Theresia ließ ein Opernhaus umbauen, womit die Redoutensäle entstanden.Diese dienten für Bankette und Konzerte. Die Festsäle und die prunkvollen Redoutensäle der Hofburg werden heute als Locations für Kongresse, Tagungen, Hochzeiten und Messeveranstaltungen verwendet.

6. Bauphase – im Stil des Klassizismus

In den Jahren 1805 und 1806 wurde der Zeremoniensaal im Stil des Klassizismus erbaut und ist der prunkvollste Saal in der Hofburg. Der Hofarchitekt Ludwig Montoyer wurde von Kaiser Franz I. mit der Schaffung eines Thronsaals beauftragt. Eine kunstvolle Kassettendecke, getragen von 24 Rundsäulen aus Kunstmarmor (dem damals modernen „ stucco lustro“) und 26 Kristallluster verleihen dem Saal einen imperialen Glanz. Übrigens fand hier die Brautwerbung Napoleons um die Tochter von Kaiser Franz I., Marie Louise, statt.

Dort wo sich heute der Heldenplatz befindet, befand sich ursprünglich die Burgbastei als Teil der Wiener Stadtmauern. 1817 bis 1819 wurden die Reste der gesprengten Befestigung entfernt und es entstand daraus der „äußere Burgplatz“.

7. Bauphase – im Neubarock

Als Abschluss im nördlichen Burgbereich erbaute Ferdinand Kirschner in der Zeit von 1889 bis 1893 den Michaelertrakt. Der Trakt wurde mit einer großen, bronzenen Kuppel gekrönt. Auf dem Michaelerplatz errichtete man an der Front zwei Brunnen mit Skulpturen.

360-Grad Ansicht vom Michaelerplatz

Nach dem Schleifen der Stadtmauern in den 1860er Jahren wurden unter der Bauleitung von Gottfried Semper und später Karl Freiherr von Hasenauer die Zwillingsmuseen Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum errichtet bzw. 1891 fertiggestellt.

8. Bauphase – Die Neue Burg im Stil des Historismus

Als Teil der Stadterweiterung wurden zuerst die Zwillingsmuseen errichtet und in den Jahren 1881 bis 1913 erfolgte die Umsetzung der Neuen Burg. Die Innenausstattung konnte erst nach dem Ende der Monarchie (in den 1920er Jahren) erfolgen. Diese Trakte waren niemals bewohnt und dienen heute als Ausstellungsräume für zahlreiche Museen und als Lesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

Ein Rundgang durch die Hofburg ist so als wenn man sich auf einem Zeitstrahl durch die Kunstgeschichte bewegen würde.

Gesamtansicht Neue Hofburg und Blick über Wien
Neue Hofburg © Schaub-Walzer / PID

Historische Plätze

Von außen betrachtet sind die kunsthistorischen Bauphasen auf den einzelnen Plätzen gut wieder zu erkennen. Auf dem Schweizerhof stehende ist die gotische, auf dem Josefsplatz die barocke und vom Heldenplatz und dem Michaelerplatz die historistische Bauphase der Hofburg zu bewundern. Der Platz In der Burg ist von Bauwerken verschiedener Perioden umrahmt, beginnend mit dem Schweizertrakt aus der Epoche der Gotik bis hin zur barocken Michaelerkuppel.

360-Grad Anblick unterhalb der Michaelerkuppel:

Anreise und Lage der Wiener Hofburg

Adresse:
Öffentliche Erreichbarkeit: U-Bahnlinie: U3, Station Herrengasse bzw. Straßenbahn Linie 1, 2 und D, Station Burgring
Karte: