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Schloss Schönbrunn – Sommerresidenz der Kaiserin

die beliebteste Sehenswürdigkeit in Wien

Ein absolutes Sightseeing-Must ist das Schloss Schönbrunn in Wien. Der prächtige Sommer-Sitz der kaiserlichen Habsburger Familie konnte bis heute seinen Glanz bewahren. Dabei stecken die historischen wie menschlichen Momente mehrerer hundert Jahre Herrschertum zwischen den imperialen Mauern.

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Schloss Schönbrunn © vichie81 / 123RF.com

Die heutige Parkanlage war in der Zeit der Habsburger ein Jagdgebiet. Angeblich geht der Name des Schlosses daher auf einen von Kaiser Matthias zugeschriebenen Ausspruch zurück. Er sah 1619 auf der Jagd einen artesischen Brunnen und sprach „Welch‘ schöner Brunn“.

Nach dem Tod Ferdinands II. im Jahre 1637 wurde das Areal zum Witwensitz der Gemahlin Kaiserin Eleonora von Gonzaga, welche ein repräsentatives Lustschloss mit Namen „Schönbrunn“ erbauen ließ. Die erstmalige urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1642 belegt diese Bezeichnung.

Das Gebäude wurde durch die Türkenbelagerung im Jahre 1683 verwüstet. Kaiser Leopold I. beschloss, seinem Thronfolger dem künftigen Kaiser Joseph, einen Neubau zu errichten. Der Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach kam auf den kaiserlichen Hof und errichtete ein neues Jagdschloss.

360-Grad-Ansicht:

Maria Theresia ließ das Schloss und den Park in die heutige Gestalt umbauen bzw. ausbauen. Der barocke Palast war in der Zeit ab Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkrieges die Sommerresidenz des österreichischen Kaiserhauses. Ein Hofstaat, zusammengesetzt von mehreren hundert Angestellten, bewohnte das Schloss und kümmerte sich um die gesamte Anlage.

Sommerresidenz des österreichischen Kaiserhauses

Die Große Galerie ist das Prunkstück im Schlossgebäude und wurde vor allem für die festlichen Empfänger, Ballveranstaltungen und als Tafelsaal verwendet. Die Wände sind mit vergoldetem Stuck aus dem Rokoko verziert und die Decke des Saales mit drei großen Gemälden versehen.

Große Galerie im Schloss Schönbrunn
Große Galerie im Schloss Schönbrunn, © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Heute ist der Saal tagsüber im Rahmen der Schlossbesichtigungen zu bewundern. Abends wird er nach wie vor als Ort für Konzerte und weiteren Veranstaltungen verwendet.

Der Spiegelsaal wurde mit einer prächtigen Weißgold-Rokokodekoration und Kristallspiegeln ausgestattet. In diesem oder im angrenzenden Saal fand im Oktober 1762 das erste Konzert des damals sechsjährigen Mozart statt. Das Wunderkind Mozart, von dessen Vater „Wolferl“ genannt, musizierte vor der Kaiserin.

Das Vieux-Laque-Zimmer war das Arbeitszimmer (Retirade) Franz I. Stephans, Herzog von Lothringen (1729–1736), Ehegatte von Maria Theresia:

Vieux-Laque-Salon im Schloss Schönbrunn
Vieux-Laque-Salon, © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Das gemeinsame Schlafzimmer von Franz I. Stephan und Maria Theresia ist heute unter der Bezeichnung Napoleonzimmer bekannt. Der Hintergrund dazu ist, dass Napoleon bei der Besetzung der Stadt Wien im Schloss Schönbrunn sein Hauptquartier hatte und dabei vermutlich dieses Zimmer als Schlafzimmer nutzte.

Napoleonzimmer im Kaisertrakt mit Kachelofen
Napoleonzimmer im Kaisertrakt – Foto: Hannes Sallmutter

Schloss Schönbrunn und sein prachtvoller Park wurden 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt. Die herrliche Schloss-Anlage bietet jedoch nicht nur bis heute nach Vorbildern aus Barock und Rokoko erhaltene Beete, Bäume und Wege. Neben Irr-Garten und dem Kronprinzen-Garten möchten auch das Palmenhaus und natürlich der Tiergarten Schönbrunn entdeckt werden.

Führungen und Touren durch das Schloss

Im Schloss Schönbrunn gibt es 1441 Räume, wobei jedoch nur 45 dieser Räume der Öffentlichkeit für die Besichtigungen zur Verfügung stehen. Spiegelsaal und Roter Salon, Fest-Saal und das Schlafzimmer von Kaiser Franz Joseph sind nur ein kleiner Auszug. Der Geist der geschichtenumwobenen und heute mit zahlreichen Filmen und TV-Serien bedachten Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, wird spürbar im Salon der Kaiserin oder im Toilettezimmer. Hier verbrachte die unglückliche und wunderschöne Herrscherin täglich Stunden, um sich um ihr äußeres Erscheinungsbild zu kümmern.

Unser Tipp:
Das Schloss Schönbrunn ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Österreichs. Wir empfehlen bereits vorab die Besichtigung von Schloss, Parkanlage, Gloriette, Wagenburg, Schlosstheater, Tiergarten und Palmenhaus zu planen und bereits vorab ein Online-Ticket zu buchen. So vermeiden Sie Wartezeiten an der Kasse.

Spielen wie die Kaiser-Kinder

Unter dem Motto „Kaiserkinder“ bietet das Schloss Schönbrunn gerade für kleine Gäste unvergessliche Erlebnisse: Kinder-Museum, kaiserliches Verkleiden, Puppen-Theater oder Basteln stehen am Familien-Programm. Selbst Kinder-Geburtstage können hier, vor historischer Wiener Kulisse, gefeiert werden.

Anreise und Lage des barocken Palastes

Adresse: Schönbrunner Schloßstraße 47, 1130 Wien
Öffentliche Erreichbarkeit: U-Bahnlinie U4, Haltestelle Hietzing oder Schönbrunn; Straßenbahnlinie / Trambahnen 10 oder 58, Haltestelle „Schloss Schönbrunn“
Karte:

Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten des Schlosses