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Votivkirche: Weltberühmter Sakral-Bau der Neogotik

Wiens kosmopolitische Kirche

Die Votivkirche – mit zentralem Standort neben dem Haupt-Gebäude der Universität von Wien – zählt zweifellos zu den bedeutendsten neogotischen Sakralbauwerken der Welt. Die dreischiffige neugotische Basilika wurde im französischen Kathedral-Schema errichtet. Sie gilt als einer der wichtigsten Bauten des europäischen Historismus.

Ihre Errichtung wurde 1854 in einem Wettbewerb ausgeschrieben – den Zuschlag erhielt schließlich der junge Architekt Heinrich von Ferstel. 1856 startete der Bau des neogotischen Prunkwerks. 23 Jahre später wurde die Kirche schließlich geweiht – am Tag der kaiserlichen Silber-Hochzeit 1879 übrigens.

Zum Dank für die Errettung Seiner Majestät

Erbaut wurde die Kirche eigentlich anlässlich des fehlgeschlagenen Attentats von 1853 auf Kaiser Franz Joseph I. Sein Bruder, Erzherzog Ferdinand Maximilien – der später als Kaiser von Mexiko in die Geschichte eingehen sollte – rief „zum Dank für die Errettung Seiner Majestät“ zu einer Spenden-Sammlung auf. Damit sollte eine neue Kirche errichtet werden. 300.000 Bürger folgten seinem Aufruf. Davon leitet sich auch der Name ab: Dank-Geschenk = Votiv-Gabe.

Seitenansicht des Kirchengebäudes Votivkirche in Wien
Votivkirche © Schaub-Walzer / PID

Die heutige Votivkirche: kosmopolitische Pfarrkirche

Heute gilt die Votivkirche zum einen als katholische Pfarrkirche. Zum anderen ist sie Gotteshaus für zahlreiche fremdsprachige Religionsgemeinden von Wien. Neben der englischsprachigen Gemeinde nutzen vor allem Wiens LateinamerikanerInnen die Kirche. Darum ist auch ein Seiten-Altar der Muttergottes von Guadalupe in Mexiko gewidmet.

Auch die Seelsorge konzentriert sich hier auf die Betreuung von BesucherInnen aus dem Ausland.

Kirchen-Führungen

Die Führung findet jeweils am letzten Samstag im Monat – immer um 11:00 Uhr – statt. (Ausnahme: Im Monat Mai findet keine Führung statt!)

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Treffpunkt: Haupt-Eingang an der Vorderseite der Kirche

Historikerin Petra Leban führt die BesucherInnen durch die Kirche und das Museum im ehemaligen Hof-Oratorium. Sie berichtet von Geschichte und Geheimnissen der Votivkirche – und von der Gegenwart als Kosmopolit unter Wiens Gotteshäusern.

360-Grad Innenansicht des Kirchengebäudes

Das Museum im Hof-Oratorium

Im ehemaligen Hoforatorium wird zum Museumsbesuch eingeladen: Besichtigt werden können Objekte, die mit dem Bau der Kirche sowie liturgischen Bestimmungen zu tun haben. Auch zahlreiche Entwürfe und Pläne für Malereien und Bilder in der Kirche sind ausgestellt. Herzstück der Ausstellung ist der Antwerpener Altar. Er gilt als das wichtigste, noch erhaltene Kunstwerk seines Genres.

Öffnungszeiten des Museums:
Dienstag bis Freitag 16 bis 18 Uhr, Samstag 10– bis 13 Uhr
– sowie nach Voranmeldung
im Propsteipfarramt Votivkirche

Anreise und Lage der Votivkirche

Adresse: Straße des Achten Mai / Rooseveltplatz, 1090 Wien
Öffentliche Erreichbarkeit: U-Bahn-Linie U2, Station „Schottentor“
Karte: