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Der liebe Augustin – Marx Augustin

Bänkelsänger, Sackpfeifer und Stegreifdichter

Marx Augustin, der wegen seiner Beliebtheit oft nur „Der liebe Augustin“ genannt wurde, war ein in Wien bekannter Sänger, der die Bevölkerung zu Zeiten der Pest aufmunterte und durch eine abenteuerliche Geschichte Berühmtheit erlangte. Heute erinnern zwei Gedenkstätten und ein weit verbreitetes Lied an den lieben Augustin.

Gedenktafel an der Wand des Griechenbeisl in Wien

Erinnerungsplakette an den Bänkelsänger Lieber Augustin am Griechenbeisl in Wien
Griechenbeisl © jewhyte / 123RF.com

Marx Augustin – sein Leben

Marx Augustin soll um 1643 in Wien geboren sein und dort bis zu seinem Tod 1685 gelebt haben. Obwohl wenig über sein Leben bekannt ist, geht man heute davon aus, dass er als Sohn eines Gastwirst aufwuchs und schon früh mit seinem Dudelsack von  Haus zu Haus gezogen ist, wobei er auch in Wirtshäusern für Geld gespielt hat.

Dass er dabei selbst dem Alkohol durchaus zugeneigt war, wird spätestens in der Legende um ihn deutlich. Demnach soll er sich sich während der Pestepidemie zur Besinnungslosigkeit getrunken haben und schließlich auf der Straße gelandet sein um seinen Rausch auszuschlafen. Dort fanden ihn jedoch die sogenannten Siech-Knechte, die ihn für einen Pesttoten hielten und warfen ihn in ein Massengrab. Da es nicht direkt zugeschüttet wurde, überlebte Augustin und als er wach wurde, soll er solange gesungen und auf seinem Dudelsack gespielt haben, bis man ihm heraushalf. Diese Geschichte machte den Sänger umso beliebter und er trug sie oftmals vor, wodurch er von einem anständigen Gehalt leben konnte.

Das Lied „O du lieber Augustin“ entstand wohl im 18. Jahrhundert und es ist nicht klar, ob Augustin selbst der Verfasser ist. Es ist jedoch bis heute bekannt.

Oh du lieber Augustin –  Griechenbeisl

Am Eingang des Griechenbeisls am Fleischmarkt hängt eine Gedenktafel  zu Ehren Augustins, da dieser dort regelmäßig auftrat. Man sieht ihn mit seinem Dudelsack an der Hauswand. Neben seinem Rufnamen steht auf der Tafel in goldenen Buchstaben „Hier sang er sein Lied zum 1. Mal“.

Berühmter als die Tafel ist vermutlich der Augustinbrunnen im 7. Gemeindebezirk. Dieser wurde dort erreichtet, wo Augustin in die Pestgrube gefallen sein soll und verfügt über eine Statue in der Mitte zu Ehren Augustins, welche ihn ebenfalls Dudelsack spielend darstellt. Die Inschrift am Brunnen lautet „Ich war hin, nun habt’s mich wieder und nun hört`s auf meine Lieder.“

Lage des Griechenbeisl’s: